GeologieGesteinsklassifikationMagmatiteBeispiel: GabbroDie Gabbros sind als die Tiefenform der Basalte anzusehen. Sie treten aber wesentlich seltener auf als diese. Klassifikation: Gabbros befinden sich ihrem Chemismus nach im Feld 10 des Q-A-P-F-Diagramms ("Streckeisen-Diagramm") für Plutonite. Mineralbestand: Plagioklas (Labradorit, Bytownit, 80 - 100 % aller Feldspäte); Alkalifeldspat (Orthoklas, 0 - 10 % aller Feldspäte); Quarz (0 - 5 % des Quarz-Feldspat-Volumens). Bei Quarzgehalten zwischen 5 % und 20 %: Quarzgabbro. Ohne Quarz mit 0 - 10 % Foiden: Foid-führender Gabbro. Wichtigstes dunkles Mineral ist Klinopyroxen (Diopsid bzw. Augit). Die Gesteine der Gabbrofamilie werden anhand ihres unterschiedlichen Gehalts an Klinopyroxen, Orthopyroxen und Olivin voneinander abgegrenzt. Weitere Bestandteile neben Orthopyroxen und Olivin (nie mit Quarz zusammen) sind Hornblende, Biotit, Magnetit, Ilmenit. Akzessorien: Pyrrhotin, Pentlandit, Kupferkies, Pyrit, Chromit, Apatit. Das Präfix Leuko- wird bei einem Gehalt dunkler Gemengteile von unter 35 %, das Präfix Mela- bei über 65 % verwendet. Diese Grenze verschiebt sich auf 25 % bzw. 55 % bei Quarzgabbro. Merkmale: Im frischen Zustand meist ein hellgraues, kleinkörniges gesprenkeltes bis grobkörnig geflecktes, z.T. auch großkörniges, Pegmatit-ähnliches Gestein, in dem der Kontrast der hellen und dunklen Minerale deutlich zu erkennen ist. Obwohl meist massig, tritt gelegentlich eine Bänderung auf, wenn die Plagioklase oder Aggregate von dunklen Mineralen eine Paralleltextur aufweisen bzw. die Korngröße rhythmisch wechselt. Im häufigsten Gefügetyp der Gabbros bilden weder Plagioklas noch Klinopyroxen (Diallag) idiomorphe Kristalle. Sie sind gleichkörnig, mit einfachen, aber unregelmäßigen Korngrenzen verwachsen. Darüber hinaus kann Plagioklas ein Netzwerk von tafeligen Kristallen bilden, zwischen denen dann der Pyroxen die Zwickel füllt. Eine dritte Möglichkeit ist die Kumulusstrucktur, die dann entsteht, wenn überwiegend eine bestimmte Kristallart (Plagioklas oder Klinopyroxen) sich durch Absinken am Boden einer Magmenkammer sammelt. Später werden die noch mit Schmelze gefüllten Zwischenräume dann durch andere Mineralarten ausgefüllt. Viele Gabbros neigen zu hellgrünen oder graugrünen bis smaragdgrünen Farben. Diese "Vergrünung" ist eine Folge von Umwandlungserscheinungen der Primärminerale, entweder beim Abkühlen des Gesteins (auch Diaphthorese genannt) oder als erstes Anzeichen einer überprägenden aufsteigenden Metamorphose. Entstehung: Primäre Magmen, die im Erdmantel entstehen, haben überwiegend gabbroide Zusammensetzung. Sie bilden aber vergleichsweise selten Gabbro-Plutonite, sondern gelangen durch ihre geringe Viskosität eher zur Erdoberfläche, wo sie viele volumenreiche Basaltvorkommen bilden. Dies steht in direktem Gegensatz zu den granitischen Gesteinen, bei denen die Plutonite häufiger, aber die aus zähfließenden, hochviskosen Schmelzen entstandenen Rhyolithe und Dacite selten sind. | |||||||
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