GeologieGesteinsklassifikationMetamorphiteArten der GesteinsmetamorphoseNach dem Geländebefund lassen sich vor allem 3 verschiedene Kategorien von metamorphen Gesteinen unterscheiden: Produkte der Kontaktmetamorphose, Produkte der Dislokationsmetamorphose (Dynamometamorphose) und Produkte der Regionalmetamorphose. Das geologische Auftreten der kontaktmetamorph und dislokationsmetamorph geprägten Gesteine ist örtlich relativ begrenzt, während das Auftreten der regionalmetamorphe geprägten Gesteine, wie schon der Name zum Ausdruck bringt, meistens ganze Grundgebirgseinheiten umfaßt. Die Gesteinsmetamorphose ist jedoch nicht auf Bedingungen der Erdkruste beschränkt. Die KontaktmetamorphoseDie kontaktmetamorph gebildeten Metamorphite sind Produkte einer thermischen Um- und Rekristallisation des Nebengesteins um einen magmatischen Intrusivkörper. Auch in den Intrusivkörper gelangte Nebengesteinsschollen können so verändert werden. Magmatische Intrusivkörper können sein: - Plutone, deren Magmen in das nicht metamorphe oder schwach metamorphe Grundgebirge höherer kontinentaler Krustanabschnitte aufgestiegen sind. - Basaltische Gänge oder Lagergänge. Die kontaktmetamorphe Einwirkungszone der Plutone auf das Nebengestein wird als Kontakthof (Kontaktaureole) bezeichnet, diejenige eines Gangs als Kontaktsaum. Nur die Einwirkung als Kontakthof ist der Dimension nach geologisch auskartierbar. Die Dislokationsmetamorphose (Dynamometamorphose)Die Dislokationsmetamorphose (Dynamometamorphose) ist an tektonische Störungszonen, Hauptverwerfungszonen oder Auf- bzw. Überschiebungsbahnen gebunden. Sie wirkt auf das Gestein und seinen Mineralinhalt im wesentlichen mechanisch ein. Wenn die mechanische Kraft eine bstimmte Größe nicht überschreitet, reagieren die Mineralkörner im beanspruchten Gestein zunächst durch ein elastisches Verhalten, ehe es zu Brucherscheinungen kommt. Dazu sind sie durch ihre Gittereigenschaften wie Translation und/oder Druckzwillingslamellierung in verschiedenem Maß befähigt. Als Nebeneffekt kann die Bewegungsenergie durch Reibung in Wärme (sogenannte Friktionswärme) umgesetzt werden. Eine besondere Art einer Dislokationsmetamorphose liegt in bzw. an den Rändern der Impaktkrater (Einschlagskrater) vor. Bei einem Meteoriteneinschlag wandelt sich die enorme Menge an freiwerdender Energie unmittelbar in entsprechende energiereiche Schockwellen um, die sich mit schnellem Energieverlust von der Einschlagsstelle konzentrisch wegbewegen. Die Schockwellen (Stoßwellen) erzeugen innerhalb eines kurzen Zeitraums, in der Größenordnung von Sekunden, extrem hohe Drücke und Temperaturen bis zu schätzungsweise 1.000 kbar und 5.000 °C und mehr. Die dabei in Sekundenschnelle erfolgten Veränderungen im Nebengestein bezeichnet man als Impakt- oder Schockmetamorphose. Die RegionalmetamorphoseMan unterscheidet bei der Regionalmetamorphose:
Die regionale VersenkungsmetamorphoseIm Unterschied zur regionalen thermisch-kinetischen Umkristallisationsmetamorphose ist die regionale Versenkungsmetamorphose nur teilweise in orogene Vorgänge einbezogen. Es bestehen bei ihr auch keinerlei Beziehungen zu magmatischen Intrusionen. Die vulkanosedimentäre Füllung der ozeanischen Seite der Geosynklinale aus Material der ozeanischen Kruste wird am subduzierten Plattenrand (Platte im Sinn der Plattentektonik) relativ schnell in zunehmend größere Tiefe versenkt und einem stetige anwachsenden Belastungsdruck ausgesetzt, während sich die Temperatur nur langsam erhöht. Die bei der regionalen Versenkungsmetamorphose erreichten Temperaturen sind häufig niedriger als diejenigen der Regionalmetamorphose in Orogenzonen. Die Temperaturzunahme mit größerer Versenkung stammt im wesentlichen aus dem Zerfall radioaktiver Elemente, insebesondere Uran (U), Thorium (Th) und Kalium (K40) und aus einem Wärmezufluß aus dem Oberen Mantel. Der geothermische Gradient ist bei der Versenkungsmetamorphose außerordentlich gering und beträgt weniger als 10 °C/km Tiefe. Durchbewegung und Gesteinsverformungen treten bei der regionalen Versenkungsmetamorphose häufig zurück. Deshalb sind nicht selten magmatische oder sedimentäre Reliktgefüge relativ gut erhalten. Die thermisch-kinetische Umkristallisationsmetamorphose | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
||||||||
Linktipps:
hoefo
| ||||||||