Geologie

Gesteinsklassifikation

Magmatite

Beispiel: Peridotit


Klassifikation:
Peridotite sind ultrabasische Gesteine mit einem Gehalt von dunklen Gemengteilen, der 90 % übersteigt. Sie setzen sich überwiegend aus Olivin, Orthopyroxen und Klinopyroxen zusammen. Nach den Volumensanteilen dieser drei Minerale werden die Peridotite dann weiter unterteilt.
Dunit ist ein fast reines Olivingestein, bei dem der Gesamtpyroxengehalt 10 % nicht übersteigt. Bei Harzburgit, Lherzolith und Wehrlit liegt der Pyroxengehalt zwischen 40 % und 90 %. Letztere werden dann nach ihrem Klinopyroxen-Orthopyroxen-Anteilen unterschieden: Harzburgit mit weniger als 5 % Klinopyroxen; Wehrli mit weniger als 5 % Orthopyroxen; zwischen diesen beiden liegt Lherzolith (mindestens 5 % Ortho- und 5 % Klinopyroxen).

Nomenklatur der ultramafischen Plutonite
Nomenklatur der ultramafischen Plutonite;
in Abhängigkeit vom prozentualen Anteil der drei Hauptminerale (Ol - Olivin; Opx - Orthopyroxen; Cpx - Klinopyroxen)


Mineralbestand:
Hauptmineral aller Peridotite ist der meist hellgrüne Olivin, begleitet von den Orthopyroxen-Varietäten Enstatit, Bronzit und Hypersthen. Durch Einlagerung von feinen, tafeligen Entmischungskörpern aus Ilmenit erhalten viele Orthopyroxene einen auffalenden Schiller, der bei Bronzit bronzeartig wirkt, bei Hypersthen eher kupferrot ist. Klinopyroxen ist in der Regel Diopsid, der durch einen erhöhten Chrom-Gehalt auffallend smaragdgrün erscheinen kann. Weitere mögliche wichtige Gemengteile sind Hornblende, Phlogopit, Spinelle (Chromit, Magnetit), Granat (meist Pyrop-reich und Chrom-haltig) sowie gediegen Platin und auch andere Edelmetalle. Der Übergang zu Serpentinit ist stufenlos. Für die Namensgebung ist eine festgelegte Grenze zwischen Peridotiten und Serpentiniten nicht vorgesehen.

Merkmale:
Bedingt durch die grünliche Eigenfarbe des Olivins handelt es sich generell um grünliche Gesteine, wenn frisch. Durch vielerlei Deformations- und Umwandlungsprozesse kann das Aussehen allerdings stark variieren. Man unterscheidet einerseits massige, gleichkörnige, selten fein-, eher mittel- bis grobkörnige Gesteine und andererseits solche, die offensichtlich ein Deformationsgefüge aufweisen. Hier werden oft Einzelkörner eingeregelt und ausgelängt, so daß eine schiefrige Textur entsteht. Ungleichkörnigkeit ist besonders bei Granat-Peridotiten zu beobachten, wo die Granate größere Einsprenglinge bilden. Auch bei Harzburgit treten oft zentimetergroße Orthopyroxen-Kristalle hervor. Trotz ihres Olivin-Reichtums sind viele Peridotite aber dunkelgrün bis schwarz. Diese Farbänderung wird durch den Prozeß der Serpentinisierung hervorgerufen, der zuerst Olivin, dann Orthopyroxen und zuletzt Klinopyroxen angreift. Dabei bilden sich bei Temperaturen von unterhalb ca. 500 - 600°C, je nach Druck, Minerale der Serpentin-Gruppe. Die Umwandlung erfordert die Zufuhr von Wasser und ist als metamorpher Prozeß anzusehen. Das Entprodukt, Serpentinit, ist eine metamorphes Gestein. Da Serpentin-Minerale kaum Eisen einbauen, die Olivine und Orthopyroxene jedoch eisenhaltig sind, bildet sich daneben auch Magnetit, der sich fein zerstäbt durch das ganze Gestein hindurchzieht und den insgesamt dann dunklen Eindruck hervorruft.

Entstehung:
Der obere Erdmantel ist hauptsächlich aus Peridotit aufgebaut und bildet ein riesiges Reservoir solcher Gesteine. Es gibt mehrere Möglichkeiten Peridotit an die Erdoberfläche zu bekommen. Zum Beispiel werden aus diesen Mantelgesteinen die basaltischen und gabbroiden Schmelzen gebildet. Wenn diese schnell genug an die Erdoberfläche durchschlagen können, bringen sie Fragmente von Peridotiten mit sich nach oben. Andererseits ist die basaltische Kruste der Ozeane relativ dünn und liegt direkt auf Mantelgestein auf. Bei Kollisionsprozessen zwischen Krustenplatten werden oft Teile dieser dünnen ozeanischen Kruste zusammen mit ihrem peridotitischen Unterlager auf die Kontinentalränder aufgeschuppt, wo sie als die sogenannten Ophiolithe aufgeschlossen werden können. Peridotite können aber auch als feste Körper entlang tiefer Brüche oder als plastische heiße Massen diapirartig nach oben gelangen. Auch in den geschichteten gabbroiden Intrusivkörpern werden Peridotite gebildet, wenn Olivin als erste Kristallart aus der Schmelze hervorgeht, absinkt und am Boden der Magmenkammer Lagen (Kumulate) von Olivin-reichen Gesteinen bildet.

Beispiel:

Peridotit
Körniger Dunit in Basalt
Eifel / BRD; ca 24 x 16 cm


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