Mineralogie

Eigenschaften der Minerale

Härte


Härte ist der Widerstand, den ein Mineral dem Ritzen oder Verschleifen entgegensetzt. Man kann Minerale nach ihrem relativen Ritz- oder Schleifverhalten ordnen. Der Mineraloge Mohs entwarf 1822 eine relative Ritzhärteskala der Minerale, die auch heute noch in Gebrauch ist (Tabelle 1). Talk als dem weichsten bekannten Mineral wurde die Härte 1 gegeben, während Diamant als dem härtesten Mineral die relative Härte 10 zugewiesen wurde. Man beachte, daß die Bezeichnung relative Härte bedeutet, daß Diamant nicht genau zehnmal so hart ist wie Talk, sondern einfach nur härter als Korund (Härte = 9). Mit jedem Mineral der Mohs`schen Härteskala lassen sich Minerale mit einer geringeren relativen Härte ritzen. Jedes Mineral hat eine charakteristische Härte, die sich als Wert zwischen 1 und 10 der Mohs`schen Härteskala angeben läßt.

Ritzhärte
(nach Mohs)
[relativ]
Schleifhärte
(nach Rosival)
[absolut]
 Minerale zum Vergleich
10,03Talkmit Fingernagel ritzbar
21,04Gipsmit Fingernagel noch ritzbar
33,75Calcit (Kalkspat)Fingernagel (2 ½)
44,2Fluorit (Flu▀spat)Münze (3 ½)
55,4ApatitNagel (weicher Stahl)
630,8OrthoklasGlas, Taschenmesserklinge (5 ½)
7100Quarz 
8146Topas 
9833Korund 
10117.000DiamantSiliziumkarbid (9 ½)

Tab. 1 MOHSsche Härteskala (relative Härte)

Zur Härtebestimmung nimmt man nur frische und hinreichend große Stücke. Die Flächen, an denen die Ritzhärte bestimmt werden soll, sollten eben sein. Aggregatbildende oder angewitterte Minerale besitzen in der Regel eine geringere Härte als ein kristalliner Körper. So hat z.B. Hämatit in strahliger oder erdiger Ausbildung eine eindeutig geringere Härte als der selbstständige Kristall. Zu Härtewertverzerrungen kann es auch bei nadeligen, faserigen, blättrigen und anderen Mineralausbildungen kommen. Diese scheinbaren Härteschwankungen rühren von Kohäsionsstörungen her, bei spröden Mineralen unter anderem auch von Brüchen. Bei einigen dichten Aggregaten kann man eine entgegengesetzte Erscheinung feststellen, einen Härteanstieg im Vergleich zum isolierten Kristall. Ein sehr feinkörniges Gipsaggregat läßt sich im Unterschied zum Kristall nur sehr schwer mit dem Fingernagel ritzen. Im Hinblick darauf, daß die Härte eine tensorische Eigenschaft ist, kommen bei manchen Mineralen auch Unterschiede je nach der Richtung vor, in der die Fläche geritzt wird. Daher prüft man die Härte von Mineralen auf verschiedenen Flächen und in verschiedenen Richtungen. Bei Disthen variiert die Härte in Vertikalrichtung stengeliger Kristalle in Längsrichtung je nach Fläche von 5 bis 7,5. In Querrichtung weist Disthen dagegen immer eine Härte von 7 auf.


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