MineralogieNormberechnungChemische Analysen geben die Zusammensetzung eines Gesteins eindeutig wieder, wenn nur alle Hauptkomponenten dabei berücksichtigt sind. Im allgemeinen werden vierzehn bis achtzehn solcher Komponenten bestimmt. Mit Ausnahme von Schwefel (S), Fluor (F) und Chlor (Cl) werden sie als Oxide angegeben: SiO2, TiO2, Al2O3, Fe2O3, FeO, MnO, MgO, CaO, Na2O, K2O, P2O5, CO2, H2O. Nebenkomponenten wie Zirkonium (Zr), Chrom (Cr), Nickel (Ni), Barium (Ba), Strontium (Sr) und Rubidium (Rb) werden meist als Elemente in ppm (parts per million) angeführt. Wichtigste Aufgabe der Normberechnung ist die Umwandlung der chemischen Analyse in einen nach bestimmten Regeln normierten Mineralbestand. Dieser erlaubt die Klassifizierung des Gesteins nach potentiellen mineralischen Komponenten und den Vergleich mit anderen so berechneten Gesteinen. Die heute am weitesten verbreitete Norm dieser Art ist die CIPW-Norm. Sie ist besonders für die Umrechnung magmatischer Gesteine entworfen worden. Die beste Übereinstimmung mit dem tatsächlichen Mineralbestand wird bei Basalten und ähnlichen Vulkaniten erreicht. Da die CIPW-Norm nur wasserfreie Minerale kennt, lassen sich mit ihr die Mineralbestände glimmer- oder hornblendeführender Plutonite und die metamorpher Gesteine nicht passend berechnen. Hierfür eignet sich z.B. die Äquivalentnorm nach BURRI und NIGGLI besser. CIPW-NormberechnungZur Online CIPW-Normberechnung Man dividiert zunächst die Gewichtsprozent der Oxide durch deren Molekulargewicht und erhält so für jedes Oxid Molekularzahlen, die untereinander in der Weise aquivalent sind, dass man aus ihnen normative "Minerale" zusammensetzen kann. Geringe Mengen von MnO und NiO werden zu FeO, von BaO und SrO zu CaO addiert. Verlauf der Berechnung: 1) P2O5 wird mit einer 3,33 mal grö&zlig;eren Menge von CaO zu Apatit vereinigt. 2) Alles CO2 wird mit der äquivalenten Menge von CaO zu Calcit vereinigt. 3) TiO2 und eine äquivalente Menge von FeO ergeben Ilmenit. Ist nicht genügend FeO vorhanden, so kann nach Durchführung des Schrittes 6) Titanit CaO*TiO2*SiO2 gebildet werden. Falls dazu kein CaO mehr vorhanden ist, bleibt TiO2 als Rutil übrig. 4) Alles vorhandene K2O wird mit der äquivalenten Menge von Al2O3 und einer sechsfachen Menge von SiO2 zu Orthoklas verbunden (K2O*Al2O3*6SiO2). 5a) Ebenso wird mit Na2O zur Bildung von Albit verfahren. 5b) Ist nicht genügend Al2O3 zur Bindung von Na2O vorhanden, so wird aus dem Überschuß dieser Komponente Acmit (Ägirin) Na2O*Fe2O3*4SiO2 berechnet. Der Schritt 6) entfällt dann. 6) Noch vorhandenes CaO wird mit Al2O3 und 2SiO2 zu Anorthit verbunden. Bleibt Al2O3 übrig, so erscheint dies als Korund. 7) Übrigs CaO wird zur Bildung von Titanit (siehe unter 3) oder von Wollastonit CaO*SiO2 verwendet. 8) Noch vorhandenes FeO und Fe2O3 werden zu Magnetit FeO*Fe2O3 verbunden. Übriges Fe2O3 wird Hämatit, übriges FeO geht in die Pyroxene ein. 9a) Aus dem Rest von CaO wird Wollastonit CaO*SiO2 gebildet. 9b) MgO wird mit SiO2 zu Enstatit MgO*SiO2 verbunden. 9c) Noch übriges FeO ergibt mit SiO2 Ferrosilit FeO*SiO2. 9d) Der so erhaltene Wollastonit wird mit einer äquivalenten Menge Enstatit und Ferrosilit zu Diopsid CaO*(Mg,Fe)O*2SiO2 vereinigt. Das Mengenverhältnis von MgO und FeO ist das vor Schritt 9b) gegebene. Noch übriger Wollastonit bleibt als solcher erhalten. Der Rest von Enstatit und Ferrosilit wird als (Mg,Fe)O*SiO2 zu Hypersten. 10) Nunmehr wird geprüft, ob die anfangs gegebene Menge SiO2 überhaupt zur Bildung der Silikate ausreicht. Ist dies der Fall und bleibt ein Überschuß, so erscheint dieser als Quarz. Ist zu wenig SiO2 vorhanden, so müssen "kieselsäresparende" Silikate gebildet werden. 11) Man beginnt dazu mit der Umwandlung von Hypersten, d.h. seiner Komponenten Enstatit und Ferrosilit in Forsterit 2MgO*SiO2 und Fayalit 2FeOSiO2, die zusammen Olivin ergeben. Die Berechnung der in den noch verbleibenden Hypersten eingehenden Einheiten von MgO und FeO erfolgt nach der Gleichung x = 2 S - M, worin S die Menge des zur Verfügung stehenden SiO2 und M die Summe der unterzubringenden Einheiten von MgO und FeO ist. Die Mende der in Olivin eingehenden Einheiten von MgO+FeO ist y = M - x. 12) Bleibt weiterhin ein SiO2-Defizit, so wird zunächst Titanit in Perowskit CaO*TiO2 umgewandelt. 13) Bei weiterem SiO2-Defizit wird Albit teilweise oder ganz in Nephelin umgewandelt nach x = (S - 2N) / 4 und y = N - x, wobei S die Menge des verfügbaren SiO2 und N das verfügbare Na2O ist. 14) Bei weiterem SiO2-Defizit wird Orthoklas in Leucit K2O*Al2O3*4SiO2 umgewandelt nach x = (S - 4K) / 2 und y = K - x. 16) Sehr selten ist es erforderlich, auch noch den Leucit in den kieselsäureärmeren Kaliophilit K2O*Al2O3*2SiO2 umzuwandeln nach x = (S - 2K) / 2 und y = (4K - S) / 2, wobei S wieder die verfügbare Menge von SiO2 und K das unterzubringende K2O ist. Weitere mögliche normative Minerale sind Halit (NaCl), Thenardit (Na2O*SO3), Pyrit (FeS2) berechnet als FeO*2S, Fluorit (CaF2) berechnet als CaO*2F, Natrium- und Kaliummetasilikat (Na2O*SiO2 und K2O*SiO2), Zirkon (ZrO2*SiO2) und Chromit (FeO*Cr2O3). Zur Berechnung der gewichtsprozentualen Anteile der normativen Minerale multipliziert man deren Molekulargewicht mit der Molekularzahl einer ihrer Komponenten, die in der Formel in der Anzahl auftritt. Die Summe der berechneten Gewichtsprozent wird im allgemeinen unter 100% liegen, weil u.a. der Wasseranteil der Gesteinsanalyse nicht in die normativen Minerale eingeht. Man rechnet die Norm dann gewöhnlich auf 100% um. Zur Online CIPW-Normberechnung | |||||||
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