Historische Geologie

Paläogeographie

Letzte Eiszeit vor 18.000 Jahren


Paläoweltkarte: Letzte Eiszeit vor 18.000 Jahren
Quelle: scotese.com


Quartäre Ablagerungen bedecken große Teile der Erdoberfläche. Ihre Verbreitung und Fazies wurde, vor allem auf der Nordhalbkugel, durch den Rhythmus von Inlandsvereisungen bestimmt. Für ihre Gliederung bieten sich neben lithologischen-biofaziellen und geochronologischen insbesondere auch geomorphologische Methoden an.
Nach der Vereisung des Jungpräkambriums und Jungpaläozoikums trat im Quartär die dritte groß Eiszeit der Erdgeschichte ein.
Bei der Entstehung der polaren Eiskappen wurden große Wassermassen aus den Ozeanen gebunden, die während der Warmzeiten den Weltmeeren wieder zuflossen. Die Folge waren eustatische Meeresspiegelschwankungen. Für die Würm-Eiszeit und die vorangegangenen Kalteiszeiten ergeben sich aus der Höhenlage mediterraner Terrassensysteme und dem Aufbau pazifischer Korallenriffe Absenkungen von 90 - 120 m. Diese Schwankungen sind weltweit nachzuweisen und lassen sich in den ehemaligen Vereisungsgebieten mit isostatischen Krustenbewegungen korrelieren. Die Eiskalotten drückten die unterlagernde Erdkruste um etwa ein Drittel der Eismächtigkeit nieder, so daß sich die Gebiete größter Eisbelastung später durch hohe Werte isostatischer Hebung auszeichneten. Die zentralen Teile des Baltischen Schildes sind, wie aus der Höhenlage alter Strandlinien hervorgeht, etwa 500 m aufgestiegen. Die gegenwärtige Hebung beträgt bis 10 mm im Jahr. Im Kanadischen Schild hob sich das Gebiet um die Hudson Bay um etwa 300 m.
Neben den durch die Eisbelastung ausgelösten Krustenbewegungen ereigneten sich auch tektonische Hebungen und Senkungen. Ihr Ausmaß ist in Mitteleuropa an der Höhenlage pliozäner Verebnungsflächen und der Verbiegung quartärer Flußterrassen zu bestimmen. So stieg das Ardennisch-Rheinische Schiefergebirge um 300 - 500 m auf, während in Holland die Quartärbasis heute bis 600 m unter dem Meeresspiegel liegt. Die deutsche Nordseeküste sinkt heute streckenweise noch um etwa 1 mm pro Jahr. Der Oberrhein-Graben sank seit Ende des Tertiärs örtlich um 500 - 1.000 m ab. Erdbeben zeigen, daß die Bewegungen noch nicht abgeschlossen sind.
Die Ostalpen, die im Tertiär nicht über eine Mittelgebirgsrelief hinausgelangten, stiegen erst an der Wende Pliozän/Quartär zum Hochgebirge auf. Die Verebnungen des jungtertiären Hügellandes liegt heute im Gebirgsinneren mehr als 2.500 m hoch. Ablagerungen des Quartärs wurden im Gegensatz zu den inneralpinen Sedimenten des Jungtertiärs nicht mehr tektonisch verstellt. In der Po-Ebene senkt sich der Quartär-Basis teilweise um 3.000 m.
Echte orogenetische Krustenbewegungen verbunden mit erheblicher vulkanischer Aktivität ereigneten sich während des Pleistozäns vor allem im zirkumpazifischen Raum (Japan, Philipinischer und Indonesischer Archipel, Neuseeland, Chile, Mittelamerika und Nordamerikanische Küstenketten).
In Afrika hielt die Absenkung des Ostafrikanischen Grabensystems durch das ganze Quartär an. Auch hier wurden die Bewegungen von einem intensiven Vulkanismus begleitet.

Heutige WeltMittleres Miozän vor 14 Mio. Jahren

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