Historische GeologiePaläogeographieMittleres Eozän vor 50,2 Mio. Jahren![]() Quelle: scotese.com In der Lage der Kontinente des Tertiärs sind die Grundzüge des heutigen geographischen Erdbildes bereits weitgehend erkennbar. Im einzelnen wird die Verteilung von Land und Meer bzw. die morphologische Gestaltung der Kontinente von der Ausweitung der ozeanischen Becken und von der Entstehung der jungen Faltengebirge Europas, Asiens und Amerikas bestimmt. Im Alttertiär erreicht die alpidische Orogenese unter Bildung mächtiger Flyschmassen ihren Höhepunkt. Mit dem Aufstieg der alpidischen Hochgebirge während des mittleren Tertiärs traten grundlegende geographische Veränderungen ein, die das Klima, die Sedimentbildung und die Lebewelt nachhaltig beeinflußten. In den Vorsenken der Gebirge häuften sich Molassesedimente. Im Verlauf des Jungtertiärs griffen die Hebungen auch auf die Gebirgsvorländer über und drängten die Meere, die im Eozän und Oligozän ihre größte Ausbreitung erreicht hatten, auf die heutigen Küstenlinien zurück. In den Alpen können Deckenbewegungen an der Wende Eozän/Oligozän, gleichalte Metamorphosen und Granitintrusionen und die Einsenkung der Molassetröge in einem geotektonischen Zusammenhang gesehen werden. Auch die Pyrenäen und der Appennin wurde gegen Ende des Eozäns gefaltet. Kräftige Deformationen während des Eozäns und Oligozäns sind auch aus den Helleniden bekannt. Weite Teile des mediterranen Gebiets wurden von jungtertiären Faltungen erfaßt. Diese spielten außer in den Alpen im Appennin, in den Helleniden, in den Karpaten und im Atlas eine bedeutende Rolle. Gegen Ende des Tertiärs entstanden die Ketten des Schweizer Faltenjura und der französischen Voralpen. Im östlichen Tethys-Gebiet war der Nordrand Gondwanas während des älteren Tertiärs noch durch einen breiten Ozean vom eurasischen Kontinent getrennt. Hier ereignete sich der endgültige Zusammenschub und die Entstehung der jungen Faltengebirge Asiens (Zagros, Himalaya u.a.) erst zwischen dem Miozän und Pliozän. Die Mobilzonen in der westlichen Umrandung des Pazifik (Japanische Inseln, Phillippinen, Neuguinea, Neuseeland) waren während des ganzen Tertiärs bis in das Quartär hinein Schauplatz hoher tektonischer Aktivität. Diese äußerte sich in der Anlage zahlreicher Subduktionssysteme mit tektonischer Einengung, in der Entstehung vulkanischer Inselbögen und in der Bildung aktiver Randbecken. Die nordamerikanischen Kordillere war in ihrem Südteil während des ganzen Tertiärs wesentlich durch Vertikalbewegungen gekennzeichnet, während in ihrem Nordteil Faltungen und Überschiebungen vorherrschten. In den Anden wurden Bewegungshöhepunkte im Eozän, im Oligozän und im oberen Miozän erreicht. Das heutige Hochgebirge entstand im Pliozän. Erst im ausgehenden Tertiär wurde durch die Entstehung der mittelamerikanischen Faltenzüge eine Verbindung zwischen der Nordamerikanischen Kordillere und den Anden hergestellt. Die gebirgsbildenden Vorgänge des Tertiärs waren von einem kräftigen Magmatismus begleitet. Dieser äußerte sich in einer beschleunigten Ausweitung der Ozeanböden (sea-floor-spreading) und durch entsprechende Subduktionen an den aktiven Plattenrändern. In der Umrandung des nördlichen Atlantiks geben Basaltergüsse in Irland, Schottland, Spitzbergen, Grönland und Baffin-Island einen Hinweis auf die während des Alttertiärs vollzogene Trennung von Grönland und Nordamerika. Die Öffnung des Roten Meeres, d.h. die Trennung Arabiens von Afrika, ereignete sich im Miozän. Im Tertiär entstand auch das Ostafrikanische Grabensystem mit seinen großen Vulkanen. In Indien flossen die alttertiären bis 2.000 m mächtigen Dekkan-Trappe aus. Auch in Mittel- und Westeuropa äußerte sich eine Zerbrechung der kontinentalen Plattform in vulkanischer Förderungen. | |||||||
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