Historische GeologiePaläogeographieSpätes Kambrium vor 514 Mio. Jahren![]() Quelle: scotese.com Im Kambrium unterschied sich die Gliederung und Verteilung der Kontinente grundlegend vom heutigen Erdbild. Die heutigen Südkontinente bildeten eine mehr oder weniger zusammenhängende Landmasse (Gondwana) während Nordamerika, Nordosteuropa und Mittel- und Ostasien durch breite ozeanische Zonen getrennte Kontinentalkerne darstellten. Nordamerika wurde durch einen Protoatlantik (Iapetus) von Europa getrennt. Zwischen Nordosteuropa und Afrika bestand eine Prototethys (Törnquist-Ozean). Eine mit Beginn des Kambrium überall auf der Erde einsetzende Transgression erreichte vermutlich im mittleren Kambrium ihren Höhepunkt. Die im Jungproterozoikum aufgestiegenen Landgebiete gerieten weithin unter Meeresbedeckung. Danach ist das Oberkambrium durch einen weltweiten Meeresrückzug gekennzeichnet, wenn auch in einzelnen Gebieten (Kanadischer Schild, Arktis) die Transgressionen weiterhin oder erneut einsetzen. Die den Transgressionen und Regressionen zugrunde liegenden weitspannigen Hebungen und Senkungen (Undationen) erfaßten vor allen Dingen die Kontinente Nordamerikas, Nordosteuropas und Zentral- und Ostasiens. Insgesamt gesehen kam es im Kambrium zu keinen regional bedeutsamen Gebirgsbildungen. In den cadomisch deformierten Teilen Mitteleuropas (Armorikanisches Massiv, Böhmische Maase) reichte der granitische Magmatismus bis in das Kambrium hinein. Die in Mittel- und Westeuropa bekannten sardischen Bewegungen im Oberkambrium bzw. an der Wende Kambrium/Ordovizium erlangten nirgends paläogeographisch bedeutsame Ausmaße. Außerhalb Europas lassen sich orogene Bewegungen u.a. in den Appalachen, in Kasachstan, im Salair, Sajan und Baikalbogen sowie in Südaustralien nachweisen. | |||||||
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